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Der Existenzgründungszuschuss – Rechtsgrundlagen und Anspruch

Wer sich selbstständig machen möchte, freut sich über jede Art der Anschubhilfe. Für Empfänger von Arbeitslosengeld gibt es den Existenzgründungszuschuss, der in den ersten sechs Monaten nach Beendigung der Arbeitslosigkeit gewährt wird. Allerdings müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit die Zuschussleistung von der Agentur für Arbeit, bzw. der ARGE gewährt wird.

Gründungszuschuss als Ermessensleistung

Es muss ganz klar gesagt werden, dass es auf den Existenzgründungszuschuss keinen Rechtsanspruch gibt. Ob der Zuschuss gewährt wird, liegt seit der Gesetzesänderung im Dezember 2011 (http://www.gruenderlexikon.de/magazin/gruender-vor-dem-aus-zuschuss-gestrichen) im Ermessen des Sachbearbeiters und hängt davon ab, wie überzeugend man sein Vorhaben vorträgt. Damit überhaupt ein Antrag gestellt werden kann, müssen für Empfänger von Arbeitslosengeld I folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Gründungswillige muss einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I für einen Zeitraum von mindestens 150 Tagen haben
  • Die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur Ausübung der geplanten Unternehmertätigkeit nötig sind, müssen nachgewiesen werden
  • Die Stellungnahme einer sogenannten fachkundigen Stelle (zum Beispiel IHK, Handwerkskammern oder Fachverbände), die die Tragfähigkeit bestätigt, muss vorgelegt werden.

Wird der Gründungszuschuss gewährt, dann wird über einen Zeitraum von sechs Monaten Arbeitslosengeld zuzüglich 300 Euro für anfallende Sozialleistungen gezahlt, unter Umständen kann der Betrag zur sozialen Absicherung auf Antrag noch für weitere neun Monate weitergezahlt werden.

Sachbearbeiter überzeugen und Anspruch auf Gründungszuschuss sichern

Der Gründungszuschuss wird nur gewährt, wenn der Sachbearbeiter vom geplanten Vorhaben überzeugt werden kann. Hilfreich ist hier sicher die eigene Überzeugung und Begeisterung für die Geschäftsidee, ebenso wichtig ist es jedoch, sich wirklich gründlich auf das Gespräch auf dem Amt vorzubereiten. Dazu gehört zum Beispiel auch ein ausgefeilter und gut durchdachter Businessplan. Wer nicht gerne redet, sollte die Vorstellung der geplanten Unternehmensgründung tatsächlich vorher üben. Manchmal kann ein Plan noch so überzeugend sein und der Antrag wird dennoch abgelehnt. In diesem Fall sollte man nicht allzu schnell aufgeben, sondern nochmal das Gespräch mit dem Sachbearbeiter suchen, sich die Gründe für die Ablehnung erklären lassen und sie wenn möglich, aus der Welt schaffen.

Hilfreich kann auch die Teilnahme an einem sogenannten Assessment-Center sein. Hier werden offene Fragen geklärt, das Vorhaben wird auf Herz und Nieren geprüft und es erfolgt eine Vorbereitung auf die Antragstellung. Allerdings muss immer der Arbeitslosengeldanspruch im Auge behalten werden. Alle vorbereitenden Maßnahmen für die Existenzgründung müssen vor Ablauf der 150-Tage-Frist geklärt werden, damit der Gründungszuschuss gewährt wird.

Über den Autor Torsten Montag

Als Dipl. Betriebswirt und SEO-Experte schreibt Torsten Montag zum Thema Betriebswirtschaft, Onlinemarketing und Existenzgründung. Er ist Chefredakteur und Websitebetreiber des Gründerlexikon (www.gruenderlexikon.de) sowie des Lexikon der Betriebsausgaben (www.betriebsausgabe.de). Seine Vita: „Ich kenne mich im Bereich Webmarketing aus und weiß, wie man im Netz Geld verdient und wie nicht.“