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Gewerbe neben normaler Arbeit anmelden, geht das?

In Deutschland herrscht Berufs- und Gewerbefreiheit. Das heißt, dass man grundsätzlich so vielen Berufen nachgehen kann wie man möchte, man muss nur die entsprechenden Genehmigungen einholen und die eventuell anfallenden Steuern bezahlen. Demzufolge kann man auch neben der „normalen“ hauptberuflichen Tätigkeit ein Gewerbe anmelden ohne dass der Arbeitgeber widersprechen kann. Ausnahmsweise ist eine Genehmigung erforderlich, wenn:

  • man im öffentlichen Dienst angestellt ist
  • man Bundeswehr-, Zivildienst-, oder FJ-Zeit ableistet
  • im Ausbildungs- oder Tarifvertrag eine entsprechende Regelung besteht.

Weiterhin muss beachtet werden, welche der beiden Tätigkeiten als Haupt- und Nebentätigkeit anzusehen ist. Dies kann Auswirkungen auf den Sozialversicherungsstatus haben.

Die Krankenkassenbeiträge erhöhen sich grundsätzlich nicht durch die Nebeneinkünfte, wenn es sich um eine gewerbliche selbständige Tätigkeit handelt und somit nicht versicherungspflichtig ist. Somit verbleibt es bei der gesetzlichen Pflichtversicherung die man aufgrund der Haupttätigkeit als Angestellter hat.

Auch muss keine Umsatzsteuer gezahlt werden, wenn das Einkommen im vorangegangenen Kalenderjahr 17500 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 50000 Euro nicht übersteigen wird, § 19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG). Damit sind vor allem Kleingewerbetreibende von der Umsatzsteuer befreit.