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Dachlawine: Wer haftet für Schäden von Schnee und Eis an geparkten Autos?

Schneit es im Winter ordentlich, so sammelt sich auf Dächern eine Menge Schnee, der dann meist als Dachlawine abgeht. Auch Eiszapfen, die sich an der Dachrinne bilden können herunterfallen und Gegenstände beschädigen, die unter dem Dach stehen, wie zum Beispiel parkende Autos. Insofern fragt sich, ob der Inhaber des Autos Ersatz für die Beschädigungen verlangen kann. Aus § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ergibt sich, dass derjenige, der eine Eigentumsverletzung verursacht hat, dem Geschädigten auch den entstandenen Schaden zu ersetzen hat. Dabei kann der Vorwurf auch sein, dass bestimmte nötige Maßnahmen unterlassen worden sind. Insofern kommt es darauf an, ob der Eigentümer des Hauses es unterlässt Maßnahmen gegen Dachlawinen zu treffen, ihn jedoch eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht trifft.
Das Amtsgericht München hat allerdings entschieden, dass sich grundsätzlich jeder selbst vor Dachlawinen schützen muss. Der Eigentümer ist lediglich verpflichtet Schneefanggitter zu montieren. Weitere Maßnahmen, wie Absperrungen oder Hinweisschilder sind grundsätzlich nicht nötig (Amtsgericht München, vom 7.3.2008, Az.: 222 C 25801/05). Weitere Sicherungspflichten bestehen nur dann, wenn besondere Umstände vorliegen die nach den örtlichen Gepflogenheiten, der allgemeinen Schneelage des Ortes, der Beschaffenheit und Lage des Gebäudes und der Art und des Umfangs des gefährdeten Verkehrs erforderlich sind. Insofern ist eine Einzelfallbetrachtung anzustellen. Ist das nicht der Fall, so reichen normale Schneefanggitter aus.

Autofahrer sollte also darauf achten, wo sie ihr Auto im Winter abstellen.