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Mängel in der Mietwohnung: wer trägt die Reparaturkosten?

Ein häufiger Streitpunkt bei Mietverhältnissen sind die Reparaturkosten bei auftretenden Mängeln. Ob der Wasserhahn tropft oder die Heizung nicht richtig funktioniert, vielfach weigern sich die angegangenen Vermieter, für die entstandenen Kosten aufzukommen.
Jedoch sind sie zur Behebung dieser Mängel gesetzlich verpflichtet: das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht für diejenigen Fälle, dass nach Übergabe der Mietsache, also zumeist nach Einzug, der Vermieter den im Mietvertrag vereinbarten Zustand der Wohnung erhält. Tut er das nicht, kann der Mieter unter Umständen sogar Schadensersatz verlangen, wenn durch den Mangel ein Schaden entsteht, oder die Miete entsprechend mindern. Zudem kann er unter Umständen den Mangel selbst beheben und die daraus resultierenden Aufwendungen ersetzt verlangen.

Zu beachten ist hierbei zunächst, dass der Vermieter auch nur den tatsächlich vereinbarten Zustand erhalten muss: geht also beispielsweise ein Elektroherd kaputt, der nicht von den Vereinbarungen des Mietvertrages umfasst war, weil er vom Vormieter in der Wohnung zurückgelassen wurde, muss der Vermieter dafür nicht einstehen. Auch wenn der Mieter für das defekte Geräte eine Ablöse an den Vormieter bezahlt hat, ist das für die Reparatur grundsätzlich irrelevant: er muss selbst für die Kosten aufkommen oder die Reparatur eben sein lassen.
Zum anderen enthalten viele Mietverträge so genannte Kleinreparaturklauseln: diese bürden die Reparaturkosten für Mängel, die eine gewisse Höhe sowohl im Einzelfall als auch pro Jahr nicht überschreiten, dem Mieter auf. Eine solche Klausel wird von der Rechtsprechung grundsätzlich für zulässig gehalten, wenn im Einzelfall nicht mehr als 100 Euro getragen werden müssen (vgl. Amtsgericht Braunschweig, 17.05.2005, Az. 116 C 196/05) und gewisse formelle Kriterien im Mietvertrag eingehalten werden, wie beispielsweise die genaue Angabe der vom Mieter im Einzelfall und pro Jahr zu tragenden Kosten.