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Ein Umzug ins Ausland steht an: Welche Vorbereitungen muss ich treffen?

Wenn einem der Chef verkündet, dass man fortan für eine Zweigstelle im näheren Ausland tätig sein wird, dann sieht man sich vor eine Aufgabe gestellt, die ein gewisses organisatorisches Talent erfordert. Man merkt schnell, dass sich die Vorbereitungen für den Umzug ein wenig komplexer gestalten werden als bei einer Versetzung im Inland. Und auch wer aus eigenem Antrieb auf die Idee gekommen ist, in eins der europäischen Nachbarländer auszuwandern, der wird merken, dass diese Entscheidung – trotz Union – mit behördlichem Aufwand einhergeht.

Ob man aus beruflichen oder privaten Gründen auswandert, spielt für viele organisatorische Faktoren zunächst keine Rolle. Die Verlagerung des eigenen Wohnsitzes in ein anderes Land ist stets mit einer Liste administrativer Dinge verbunden, um die man sich kümmern muss. Wohin es einen auch ziehen mag, es ist in jedem Fall hilfreich, nach dem Umzug Schweiz, Österreich oder Frankreich erst einmal richtig auf sich wirken zu lassen und entspannt in den neuen Alltag zu starten. In der ungewohnten Umgebung wird man sicherlich mit Situationen konfrontiert, die man so nicht kennt. Eine ordentliche Portion Gelassenheit stellt eine große Erleichterung für den Beginn des neuen Lebensabschnitts dar.

Welche Richtlinien gibt es?

Die Grundvoraussetzung zum Auswandern ist ein gültiger Reisepass oder Personalausweis. Ferner ist es allen EU-Bürgern erlaubt, innerhalb der Unionsgrenzen zu arbeiten oder eine Firma zu gründen (Personenfreizügigkeit). Als Selbstständiger braucht man hingegen eine Gewerbeanmeldung, die Anmeldung bei Arbeitnehmern übernimmt der Arbeitgeber selbst. Grundsätzlich verläuft das Verfahren also ähnlich wie in Deutschland auch. Zudem braucht man – je nach Dauer – eine Kurzaufenthaltsbewilligung oder eine generelle Aufenthaltsbewilligung. Eine gewissenhafte Vorbereitung sorgt in jedem Fall für einen reibungslosen Ablauf des Umzugs. Um nicht mit rechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen, ist es wichtig, an das Abmelden beim Vermieter, Gas- und Stromanbieter sowie das fristgerechte Kündigen sonstiger Verträge wie Internet und Telefon zu denken. Beim Auslandsumzug gibt es in einigen Fällen auch die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund. Die jeweiligen Konditionen können beim Anbieter erfragt werden; um sich jedoch Reibereien zu ersparen, ist es ratsam, sich frühzeitig darum zu kümmern. Bei versicherungstechnischen Fragen kann ein Berater weiterhelfen. In der Regel stellt die gesetzliche Krankenkasse eine Leistungsübernahme-Erklärung aus. Ist der Auslandsaufenthalt auf drei bis fünf Jahre begrenzt, so greifen private Haftpflichtversicherungen auch innerhalb der EU. Beglaubigte Übersetzungen wichtiger Dokumente, zum Beispiel die Geburtsurkunde, können den Start in der neuen Heimat erleichtern. Für einige Länder empfiehlt es sich, ab einem Aufenthalt von 12 Monaten einen internationalen Führerschein zu beantragen. Dies kann man auf dem Bürgerbüro der deutschen Heimatstadt erledigen. Weiterführende Informationen zum Thema Übersiedeln in einen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union oder die Schweiz erhält man generell beim jeweiligen Konsulat des Landes hier in Deutschland.