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Kann ich als Schüler/Student meine Prüfungsergebnisse anfechten?

Als Schüler oder Student fühlt man sich häufig ungerecht behandelt. Sei es in Abfragen, Stegreifaufgaben oder Klausuren, nicht jede Korrektur erfolgt nachvollziehbar und wirkt teilweise oberflächlich. Dabei stellt sich dann die Frage, ob sich dem Schüler die Möglichkeit der Überprüfung und Anfechtung der Ergebnisse bietet.

Dabei steht dem Schüler grundsätzlich der Gang zum Verwaltungsgericht zur Verfügung. Dort kann überprüft werden, ob die Korrektur sachgerecht erfolgt ist. Problematisch ist allerdings, dass hier meist nicht eine einzelne Prüfung angefochten werden kann. Diese Möglichkeit besteht nämlich nur, wenn ein so genannter Verwaltungsakt im Raum steht; bei der einzelnen Prüfung handelt es sich jedoch nicht um einen Verwaltungsakt, sondern nur um eine Teilleistung. Es wird durch eine einzelne Klausur in der Schule nämlich keine unmittelbare Rechtsfolge gesetzt. Überprüfbar ist allerdings dann beispielsweise das Zeugnis: hier wird über das Vorrücken in die nächste Jahrgangsstufe oder über die tatsächliche Endnote, beispielsweise die Abitur-Gesamtnote, entschieden. Dabei spielt die einzelne Prüfungsleistung dann wieder eine Rolle: diese ist ja Bestandteil der Gesamtnote und muss im Rahmen der Kontrolle durch das Verwaltungsgericht geprüft werden.

Anders kann das bei Studenten aussehen: hier entscheidet häufig eine einzige Klausur über das Bestehen, so dass auch diese einzelne Bewertung angefochten werden kann.

Vor einer Klage kann oder muss in manchen Bundesländern ein so genanntes Widerspruchsverfahren durchgeführt werden; damit wird der Schulbehörde die Gelegenheit gegeben, die Benotung selbst zu überprüfen und gegebenenfalls ein neues Zeugnis zu erstellen.

Zunächst sollte der Schüler sich jedoch an den Lehrer wenden und diesen fragen, wie es zu der jeweiligen Bewertung gekommen ist. Vielfach lassen sich so schon Probleme lösen. Ein Student sollte zudem unbedingt eine Nachkorrektur in der jeweiligen Fakultät beantragen, sofern dies vorgesehen ist; unterlässt er dies und hätte er die Möglichkeit dazu gehabt, kann das Verwaltungsgericht die Klage abweisen, weil es dem Studenten am so genannten Rechtsschutzinteresse mangelt, er hätte ja auch einfach die Nachkorrektur beantragen können.