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Muss ich als Student meinen Erstwohnsitz am Studienort haben?

Die meisten Studenten zieht es nach dem Abitur in die erste eigene Wohnung, sie wollen die neu gewonnene Freiheit genießen. Doch nicht immer nimmt der Student auch die Anmeldung am neuen Wohnsitz vor, die bei der Gemeinde, im Bürgerbüro oder Ähnlichem zu erfolgen hat, sei es aus Vergesslichkeit, sei es aus steuerlichen oder versicherungsrechtlichen Gründen. Daher stellt sich so manchem die Frage, ob eine solche Anmeldung am Ort der Universität tatsächlich notwendig ist und falls ja, welche Sanktionen drohen.

Welche Pflichten dahingehend bestehen, regeln in den Bundesländern die unterschiedlichen Meldegesetze. Danach hat jeder Bürger die Pflicht, sich an seinem neuen Wohnsitz mit einer Haupt- oder Nebenwohnung zu melden. Die hauptsächliche Streitfrage ist allerdings häufig, ob am Studienort der Erstwohnsitz genommen werden muss. Meist ist grundsätzlich vorgesehen, dass diejenige Wohnung als Hauptwohnung zu melden ist, die vorwiegend genutzt wird; in Zweifelsfällen entscheidet der Schwerpunkt der Lebensbeziehungen, was bei Studenten meist am Studienort sein wird. Für diese Bewertung spielen persönliche Beziehungen eine Rolle, wie Bindung an bestimmte Personen, Vereinsmitgliedschaften oder andere Aktivitäten.

Wer nun seiner Meldepflicht überhaupt nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die von der zuständigen Meldebehörde mit einem Ordnungsgeld geahndet werden kann.

Wer beispielsweise seinen alten Wohnsitz bei den Eltern als Hauptwohnung beibehalten will, riskiert unter Umständen einen Papierkrieg mit der örtlichen Meldebehörde: die Universitätsstandorte sind oftmals darauf aus, möglichst viele Studenten mit Hauptwohnsitz an sich zu binden, da beispielsweise die Schlüsselzuweisungen durch die Bundesländer an die Gemeinden als eine deren Haupteinnahmequellen anhand der Einwohnerzahl mit Hauptwohnsitz ermittelt werden. Zudem erheben viele Gemeinden inzwischen eine Zweitwohnungssteuer, über die man sich vor der Anmeldung informieren sollte. Ein Ordnungsgeld ist dagegen nicht vorgesehen, schon allein wohl deshalb, weil kaum überprüft werden kann, wo sich im Einzelfall der Lebensmittelpunkt des Studenten befindet.