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Hundegebell: Ist das Ruhestörung?

So mancher fühlt sich vor allem durch nächtliches Hundegebell gestört. Solche lauten Geräusche in der Nacht sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Daher bejaht die Rechtsprechung auch unter gewissen Voraussetzungen einen Anspruch des in seiner Ruhe gestörten Nachbarn auf Unterbindung des Lärms. Rechtlich gesehen stellt das Gebell Lärmimmissionen dar, die bei bestimmter Intensität verhindert werden müssen. Der beeinträchtigte Bürger hat einen Anspruch auf Unterlassung der Lärmverursachung gegen denjenigen, der die Quelle der Immission bereithält. Dabei kann sich der Hundebesitzer auch nicht darauf berufen, dass er über ein Tier wie einen Hund keine Gewalt hat und Hundegebell natürliche Laute sind. Während der geschützten Zeiten kann das Tier schließlich in schallgeschützten Räumen untergebracht werden. So sind zumindest während der nächtlichen Ruhezeiten störende Tiergeräusche zu unterbinden, auch wenn sie von der Lautstärke her nicht über allgemein akzeptierte Beeinträchtigungen beispielsweise durch Verkehrslärm hinausgehen; ebenso wie laute Musik zieht nämlich gerade Hundegebell im Gegensatz zu bloßen Hintergrundgeräuschen die Aufmerksamkeit wenn auch unfreiwillig besonders auf sich (vgl. Oberlandesgericht Brandenburg, 11.01.2007, Az. 3 O 374/03). Wann diese nächtlichen Ruhezeiten genau sind, regeln in den einzelnen Bundesländern verschiedene Gesetze; zumeist sind Zeiten von 20.00 Uhr bis 7.00 Uhr lärmfrei zu halten. Darüber hinaus sind vielfach die Mittagsruhe von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr sowie Feiertage geschützt.