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Maulkorbzwang / Leinenzwang beim Hund: Wann besteht dieser?

In vielen Gemeinden lassen Hundehalter ihre Tiere gerne frei herumlaufen. Was aus Sicht der Hundehalter vielleicht eine bessere Art der Tierhaltung darstellt, bereitet so manchem Mitmenschen, der Angst vor Hunden hat, Unruhe. Zudem besteht stets die Gefahr, dass ein Hund, auch wenn er im Allgemeinen als zahm gilt, einen anderen, ob Mensch oder Tier, beißt. Deshalb versuchen manche Gemeinden, durch einen Maulkorb- und Leinenzwang beim Aufenthalt auf öffentlichen Flächen einen Ausgleich der verschiedenen Interessen herzustellen. Die Grundlage für einen solchen Zwang ist in den verschiedenen Bundesländern uneinheitlich. Beispielsweise basiert ein derartiger Zwang in Bayern, anders als bei der Hundesteuer, nicht auf einer gemeindlichen Satzung, sondern auf einer Verordnung. Die Unterschiede zwischen den Rechtsinstituten sind allerdings eher rechtlicher Natur, die Wirkungen für den Bürger gleichen sich. Ein Verstoß kann zudem mit einer Geldbuße geahndet werden. Ob eine solche Verordnung allerdings generell rechtmäßig ist, ist in der Rechtsprechung umstritten: so hält es das Oberverwaltungsgericht Lüneburg für unverhältnismäßig, wegen der generell möglichen Gefahr eines Angriffs durch einen unangeleinten Hund einen Leinenzwang für alle Hunde einzuführen (vgl. Oberverwaltungsgericht Lüneburg, 27.01.2005, Az. 11 KN 38/04).

In anderen Bundesländern, beispielsweise Berlin, regelt ein Gesetz den Leinenzwang für „große“ Hunde ab einer gewissen Schulterhöhe.
Für „Kampfhunde“ gelten in den meisten Bundesländern zudem die so genannten „Kampfhundeverordnungen“, die häufig ebenfalls einen Maulkorb- und Leinenzwang vorsehen.