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Muss ich immer Hundesteuer zahlen?

Die Hundesteuer ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe, die von den einzelnen Gemeinden erhoben werden. Sie ist keine Gegenleistung beispielsweise für das Entfernen von Hundekot von Gehwegen durch Gemeindearbeiter und muss deswegen unabhängig davon gezahlt werden, ob eine solche Verunreinigung stattfindet. Sie dient vielmehr der allgemeinen Erfüllung der öffentlichen Aufgaben der Gemeinde. Allerdings muss in der betreffende Gemeinde, die eine Hundesteuer erheben will, auch eine dahingehende Rechtsgrundlage existieren; in der Praxis wird dies meist in der Form von Satzungen verwirklicht, die neben der Frage der Steuer weitere die Hundehaltung betreffende Sachverhalte regeln. In der Bundesrepublik hat die weitaus größte Zahl der Gemeinden solche Satzungen oder andere geeignete Rechtsgrundlagen erlassen; Ausnahme bildet beispielsweise die hessische Stadt Eschborn vgl. unter folgendem Link
Auch die Höhe des zu zahlenden Betrages ist in den verschiedenen Gemeinden höchst unterschiedlich, für so genannte „Kampfhunde“ wird zumeist ein Vielfaches des regulären Betrages verlangt; darüber hinaus können Befreiungsmöglichkeiten, beispielsweise für besonders kleine Hunde, Blinden- oder Hütehunde von den Gemeinden in Eigenregie geregelt werden.

Die Hundesteuer ist dabei jährlich pro Hund zu zahlen. Da die Hundesteuer nicht allein den Zweck verfolgen soll, die Gemeindefinanzen zu sanieren, sondern auch das Halten übermäßig vieler Hunde verhindern soll, wird häufig für jeden weiteren Vierbeiner ein höherer Betrag fällig, der ein Mehrfaches der Steuer für den „Ersthund“ beträgt. Die zu zahlende Steuer wird auch häufig nicht für jeden Halter einzeln, sondern pro Haushalt berechnet, was dazu führt, dass nicht zur Steuerersparnis auf Familienmitglieder als Halter für den „Zweithund“ zurückgegriffen werden kann.
Neben der „normalen Hundesteuer“ sind, wie bereits erwähnt, einige Gemeinden dazu übergegangen, für die so genannten Kampfhunde deutlich höhere Abgaben zu fordern. Dieses Vorgehen wird vom Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich als nicht rechtswidrig eingestuft, da es ein legitimes Ziel der Gemeinde sei, die Verbreitung potentiell gefährlicher Hunde zu verhindern (vgl. Bundesverwaltungsgericht, 19.01.2000, Az. 11 C 8.99).
Eine grundsätzliche Ausnahme von der Zahlungspflicht bilden Hunde, die nicht zu Privat-, sondern zu Gewerbezwecken gehalten werden, also zum Beispiel Wachhunde eines Sicherheitsdienstes oder Hunde, die nur der Zucht dienen.