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Sind Kampfhunde verboten? Ist mein Hund ein Kampfhund?

Leider passiert es immer häufiger, dass Hundehalter oder unbeteiligte Dritte von einem Hund angegriffen werden. Dabei kommt es leider oft zu gefährlichen Verletzungen, mitunter sogar zum Tod des Angegriffenen. Bei derart aggressiven Hunden handelt es sich nicht zwangsläufig um die so genannten „Kampfhunde“; allerdings sind solche Hunde wohl überproportional oft an Attacken auf Menschen beteiligt. Deshalb wurden sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene Regelungen erlassen, die schon das Halten bestimmter Rassen verhindern oder zumindest erschweren sollen. Dabei besteht zunächst bereits darüber Uneinigkeit, ob die Hunderasse per se überhaupt Aussagekraft über das einem Tier innewohnendem Gefahrenpotential haben kann. Hier herrschen in der Rechtsprechung unterschiedliche Meinungen. So geht beispielsweise das Bundesverfassungsgericht davon aus, dass allein die Rasse eines Hundes noch nicht bedeutet, dass dieser automatisch gefährlich ist (vgl. Bundesverfassungsgericht, 16.03.2004, Az. 1 BvR 1778/01). Hingegen ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof der Auffassung, dass die Rasse des Vierbeiners sehr wohl wenigstens teilweise ursächlich für die Gefährlichkeit des Tieres sein kann (Bayerischer Verfassungsgerichtshof, 15.07.2004, Az. Vf. 1-VII-03).
Nichtsdestotrotz regelt zunächst das so genannte „Hundeverbringungs- und einfuhrbeschränkungsgesetz“ den Verbot des Imports von nach Auffassung des Gesetzgebers gefährlichen Hunderassen. Darunter fallen insbesondere Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier sowie weitere Rassen, die nach dem Recht der Bundesländer als gefährlich angesehen werden. Die betreffenden Tiere sowie deren Kreuzungen mit anderen Rassen dürfen weder in die Bundesrepublik eingeführt noch dort gezüchtet werden.

Daneben gelten in den einzelnen Bundesländern eigene „Kampfhundeverordnungen“ oder ähnliche Rechtsvorschriften, die beispielsweise weitere Hunderassen verbieten, eine Kennzeichnung durch Mikrochip vorsehen oder zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichten. Hier gibt es auch umfangreiche „Rasselisten“, die einzelne Hunderassen als gefährlich einstufen und je nach Grad der Gefährlichkeit des Tieres unterschiedliche Voraussetzungen für deren Behandlung und Haltung vorsehen. Zusätzlich sind oftmals so genannte „Wesenstests“ für die Hunde vorgesehen, nach deren Bestehen die Hunde von den Auflagen der Kampfhundeverordnungen befreit werden können. Unter die genannten Verordnungen fallen so unter anderem Hunde der Rassen Tosa-Inu, Bullmastiff, Dog Argentino oder auch Rottweiler (vgl. für Bayern