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Welche Brandschäden werden von den Versicherungen übernommen?

Man kann sagen, dass bei einem Brandschaden grundsätzlich die Hausrat-, Wohngebäude-, oder Privathaftpflichtversicherungen dazu verpflichtet sind, entstehende Kosten zu übernehmen. Ausnahmen bilden jedoch Fälle, bei denen eine grob fahrlässige Handlung oder vorsätzlicher Brandlegung vorliegt. Hier hat die Versicherungen das Recht, eine Schadenübernahme zu verweigern oder in Regress zu gehen. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ab wann ein Verhalten als grob fahrlässig eingestuft werden kann – es mussten sich bereits in der Vergangenheit viele Gerichte mit dieser Frage beschäftigen und Einzelfallentscheidungen treffen.

Beispielsweise hat das Landgericht Nürnberg-Fürth in einem Fall entschieden, wo sich eine Frau, gegen eine Schadenersatzforderung ihres Vermieters gewehrt hat. Dieser unterstellte der Dame Leichtsinnigkeit – sie war zur Toilette gegangen, die Kerzen am Adventskranz brannten und danach ging sie zur Tür, da es klingelte. Nachdem sie mit einem Gast an der Wohnungstür gesprochen hatte, sperrte sie sich aus und die brennenden Kerzen entfachten in der Zeit, bis ein Schlüsseldienst auftauchte, einen Brand. Der Richter entschied nach Az.: 7 S 4333/01, dass dies nur leicht fahrlässig sei und sich um eine „menschliche Unzulänglichkeit“ handele.

In einem ähnlichen Fall argumentierte das Oberlandesgericht Düsseldorf, wo es sich um „Vergesslichkeit aufgrund der körperlicher Reize von der Partnerin“ handelte. Während ein Pärchen im Bett gefrühstückt hat, haben sich in der Küche am Adventskran die Kerzen entzündet. Die halbe Wohnungseinrichtung ist verbrannt und die Hausratversicherung wollte wegen grober Fahrlässigkeit nicht zahlen. Ein Schaden in Höhe von 32.000 Euro war entstanden. Das Gericht gab dem Pärchen recht nach Az. : 4 U 182/98. Dieses Fehlverhalten sei entschuldbar.

Wenn Brände durch Kinder entfacht werden, ist die Aufsichtspflicht der Eltern gefragt. Auch hier gibt es von einem Fall eines Ehepaares aus Hessen zu berichten, denen keine grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. Auch dann nicht, wenn die Versicherungen dies als Begründung in ihrer Schadenersatzforderung angeben. Das Oberlandesgericht Frankfurt sprach in diesem Fall den Eltern das Recht zu, da sie nicht damit rechnen konnten, als die Kinder mit Wunderkerzen am Baum spielten, dass das derart verheerende Folgen haben könnte. Der Baum fing Feuer und das ganze Haus brannte ab. Az.: 3 U 104/05.
Eltern machen sich nicht strafbar, wenn ihnen „in der Hektik ein Augenblicksversagen“ unterläuft. Dann sind Schadenersatzansprüche nicht einklagbar, so entschied das Landgericht Oldenburg in einem Fall, wo eine Hausratversicherung von einer Mutter 40.000 Euro zurückhaben wollte, weil sie ihren Kindern hinterher lief, die nach draußen rannten. In dieser Zeit brannte der Adventskranz schon. Az.: 11 U 161/99.

Eine Feuerversicherung muss jegliche Brandschäden ersetzen, die aufgrund defekter Elektrogeräte entstehen. Auch plötzliche Naturereignisse wie Blitzschlag und Explosion fallen darunter. Und die Folgekosten, die durch den Rauch oder das Löschmittel entstehen, werden von der Feuerversicherung übernommen.
Für die Besitzer bedeutet ein Brand oft einen doppelten Existenzverlust, da wichtige Unterlagen und persönliche Erinnerungen verbrennen. Dies kann bis zum finanziellen Ruin führen. Hier kann dann zumindest die finanzielle Seite durch die Feuerversicherung, die eine Wohngebäude- und/oder Hausratversicherung abdeckt, reguliert werden. Die Wohngebäudeversicherung richtet sich hierbei an Immobilieneigentümer, unabhängig, ob sie die Immobilie selbst bewohnen.

Hausratsversicherungen werden sowohl vom Vermieter wie auch vom Mieter abgeschlossen und decken je nach Tarif und Anbieter auch bei einem Feuer das persönliche Eigentum ab.