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Wie muss man Renditen aus dem Handel mit Binäre Optionen versteuern?

Der Handel mit binären Optionen boomt. Es ist kein Wunder, dass sich diese Form des Tradens immer größerer Beliebtheit erfreut. Mit relativ kleinen Einsätzen können erstaunliche Renditen im zwei- und dreistelligen Bereich erwirtschaftet werden. Die Zeiträume reichen dabei von unter einer Minute bis hin zu mehreren Wochen. Dazu kommt, dass der Handel mit binären Optionen relativ leicht zu erlernen ist. Die darauf spezialisierten Broker bieten ihren Kunden alle notwendigen Ausbildungsmöglichkeiten und in den meisten Fällen auch kostenlose Demokonten (siehe auch diesen Artikel). Auf diese Weise setzen Einsteiger die erlernte Theorie in die Praxis um, ohne anfänglich mögliche Verluste zu riskieren. Der Unterschied bei dem Handel mit binären Optionen im Vergleich zum klassischen Aktienhandel liegt darin, dass kein konkretes Papier erworben wird, sondern lediglich auf die Kursveränderung einer Aktie gesetzt wird. Neben Aktien stehen bei den sogenannten Basiswerten, auf Englisch underlyings, auch Indizes, Währungspaare oder Rohstoffe zur Verfügung. Wer sich intensiv in die Materie eingearbeitet hat, wird früher oder später auch Gewinne realisieren. Und wie es das deutsche Steuerrecht will, müssen diese Gewinne versteuert werden. Dabei spielt es keine Rolle, dass die meisten Broker nicht in Deutschland ansässig sind. Je nach Ursprungsland kann es sein, dass im Rahmen eines Doppelbesteuerungsabkommens bereits der Broker die entsprechende Steuer auf die Gewinne einbehält. Ist dies nicht der Fall, muss der Gewinn in Deutschland dem Fiskus gemeldet werden. Binäre Optionen stellen eine Form von Derivatehandel dar. Sie werden daher mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent belegt. Diese kann sich im Falle der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft noch um die jeweilige Kirchensteuer erhöhen. Die Gewinne werden im Rahmen der Anlage KAP zur Steuererklärung erfasst. Nun hat die Börse den Nachteil, dass nicht immer jeder Trade im Plus verläuft. Mögliche Verluste werden auf die Gewinne angerechnet und schmälern damit die Steuerpflicht. Endete ein Jahr einmal komplett im Minus, besteht die Möglichkeit, diesen Verlust auf erwartete Gewinne im Folgejahr im Rahmen des Verlustvortrages zu verrechnen oder über den Verlustrücktrag die Steuerschuld aus Gewinnen mit binären Optionen im Vorjahr geltend zu machen. Wichtig ist nur, dass die Anleger die Erträge wirklich ordnungsgemäß den Finanzbehörden melden. Alles andere wäre Steuerhinterziehung und das internationale Netz der Finanzbehörden wird enger.