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Abofalle: Bekomme Mahnungen und Zahlungsaufforderungen. Was tun?

Vielen Internetnutzern, die in eine „Abofalle“ hineingeraten sind, wird bei Nichtzahlung mit teils recht krassen Maßnahmen gedroht. Es werden regelrechte Drohkulissen aufgebaut, um letztlich eine Zahlung zu erzwingen. Allerdings sind die meisten der aufgestellten Behauptungen bestenfalls Halbwahrheiten. So sind weder Schufa-Einträge, sofortige Zwangsvollstreckung noch ein gerichtliches Verfahren zu befürchten. Oftmals scheuen die Betreiber der einschlägigen Websites auch den Gang vor Gericht. Werden also lediglich Mahnungen und Zahlungsaufforderungen versandt, die von einem Anwalt oder einem Inkassounternehmen stammen, sollte dem nicht allzu große Bedeutung beigemessen werden. Es reichen der erste Widerspruch sowie die Anfechtung oder der Widerruf des angeblich geschlossenen Vertrages. Ein laufender Briefwechsel sollte, schon aus Kostengründen, vermieden werden. Zudem ist hier das Risiko groß, dass ungeschulte Laien dem Betreiber der „Abofalle“ unnötigerweise Daten oder Beweismittel zukommen lassen, ohne dies eigentlich zu wollen.

Rasches Handeln ist allerdings dann geboten, wenn ein so genannter gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird; dieser ist der erste Schritt im Mahnverfahren, mit dessen Hilfe der Gläubiger einer Geldforderung letzen Endes die Zwangsvollstreckung, also die Pfändung mit Hilfe des Gerichtsvollziehers, betreiben kann. Der Mahnbescheid bedeutet zwar nicht, dass die Forderungen des „Abofallen“-Betreibers berechtigt sind. Jedoch sollte diesem unbedingt innerhalb von zwei Wochen widersprochen werden, da sonst die gerichtliche Zwangsvollstreckung inklusive Gerichtsvollzieher in Gang gesetzt werden kann, ohne dass von einer unabhängigen Instanz geprüft wird, ob der behauptete Vertrag tatsächlich rechtens ist. Mit dem Widerspruch gegen den Mahnbescheid muss der „Abofallen“-Betreiber wieder tätig werden und beispielsweise ein gerichtliches Verfahren einleiten, was in den meisten Fällen unterbleiben wird.