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Abofalle: Ich habe die Rechnung für das zweite Jahr erhalten. Was kann ich tun?

Selbst wenn für das erste Jahr beziehungsweise den ersten Rechnungszeitraum gezahlt wurde, sollte der Vertrag für die Zukunft zumindest ordentlich gekündigt werden. Dieses Recht steht jedem, der einen Vertrag über eine dauerhafte Dienstleistung geschlossen hat, zu. Dafür reicht ein formloses Schreiben, allerdings muss gegebenenfalls eine Kündigungsfrist eingehalten werden. In Betracht kommt in manchen Fällen auch eine außerordentliche Kündigung, bei der keine Frist beachtet werden muss: Voraussetzung ist hier, dass eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unter den gegebenen Umständen nicht mehr zumutbar ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Inhalte der Website, für die man sich angemeldet hat, nicht mehr zur Verfügung stehen. Einer solchen Kündigung sollte allerdings eine Abmahnung vorausgehen, in der die Missstände benannt werden.

Neben diesen Mitteln ist es jedoch auch vielfach möglich, gegen den vorgeblich geschlossenen Vertrag auch im zweiten Jahr noch vorzugehen. So kann jetzt ebenfalls noch vorgebracht werden, dass die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die dem Vertrag zugrundeliegen, fehlerhaft sind. Auch kann eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung wegen der versteckten Angabe der Zahlungspflicht unter Umständen noch in Betracht kommen, auch wenn hier zu beachten ist, dass diese nur innerhalb eines Jahres ab Kenntnis der Täuschung durch den Anbieter möglich ist.
Es empfiehlt sich also auch nach Zahlung für das erste Jahr, noch gegen den Vertrag vorzugehen. Hierzu sollte in einem Schreiben an den „Abofallen“-Betreiber möglichst zahlreiche Gründe aufgeführt werden, um eine Zahlung zu verhindern.