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Abofalle: Welche Aufgaben haben die Inkassobüros?

Die „Inkassobüros“ nehmen im Geschäftsmodell der „Abofallen“ eine wichtige Aufgabe ein. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um Dienstleister, die den Anbietern der „Abos“ helfen, ihre Geldforderungen gegen diejenigen einzutreiben, die in die „Abofalle“ „getappt“ sind. Häufig übernehmen die Inkassounternehmen das Schreiben von Mahnungen und das Einleiten von gerichtlichen Verfahren, dem so genannten Mahnverfahren. Teilweise treten die Betreiber der „Abofallen“ ihre Geldforderungen gegen den vermeintlichen Schuldner auch an die Inkassounternehmen ab, so dass diese dann zu dessen Gläubiger werden.

Dem Inkassounternehmen stehen dabei grundsätzlich nur die Mittel zu, die auch eine Privatperson nutzen kann, um einen säumigen Schuldner zur Zahlung zu bewegen; allerdings kann ein Inkassounternehmen meist auf eine weitaus größere Erfahrung in diesem Bereich zurückgreifen. Problematisch erscheint in diesem Zusammenhang jedoch, dass sich die Inkassounternehmen gerade beim Eintreiben von Forderungen aus „Abofallen“-Geschäften häufig unseriöser Geschäftspraktiken bedienen. Es wird eine regelrechte Drohkulisse aufgebaut, die sich nicht selten am Rande der Legalität bewegt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat beispielsweise das Verwaltungsgericht Frankfurt entschieden, dass einem solchen Unternehmen kein Anspruch auf die Eröffnung eines Sparkassen-Kontos zusteht, wenn Geldforderungen eingetrieben werden, die aufgrund einer gezielten Täuschung der Nutzer entstanden sind (Verwaltungsgericht Frankfurt/Main, 16.12.2010, Az. 1 K 1711/10; vgl. dazu auch Landgericht München I, 12.05.2009, Az. 28 O 398/09, das die Kündigung eines Sparkassenkontos einer Rechtsanwältin, die die Forderungen eines „Abofallen“-Unternehmens eintreibt, durch die Sparkasse für rechtens hält). Oft wird auch direkt mit der Zwangsvollstreckung gedroht, um die Furcht der Opfer vor Verlust ihres Eigentums auszunutzen. Das Amtsgericht Frankfurt hält diese Praxis für rechtswidrig und sieht daher für die Opfer einen Unterlassungsanspruch gegen das Inkassounternehmen vor (Amtsgericht Frankfurt/Main, 10.10.2008, Az. 380 C 1732/08).

Allgemein sollte man sich nicht durch das teilweise rüde Auftreten der Inkassounternehmen einschüchtern lassen.