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Abofallen in Smartphone-Apps, worauf achten?

Nicht nur im eigentlichen Internet, auch bei den immer beliebteren so genannten „Apps“ für das Handy ist inzwischen die „Abofalle“ verbreitet. Hier geht es meist um Klingeltöne, Bilder oder eben die immer beliebteren Zusatzprogramme für das Handy, die durch unbedachtes Surfen „verkauft“ werden. Oft werden kostenpflichtige Abonnements geschlossen, die zu einer Mindestabnahme über einen bestimmten Zeitraum verpflichten. Die Kosten werden meist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) regelrecht versteckt. Teilweise reicht schon das Klicken auf ein Werbebanner aus, um in einer „Abofalle“ zu landen. Diese Werbebanner werden häufig in eigentlich kostenlosen Anwendungen platziert. Daher ist bei Werbung von unbekannten Unternehmen besondere Vorsicht geboten.

Anders als bei den typischen „Abofallen“ arbeiten die „App“-Anbieter mit den Mobilfunkunternehmern zusammen: diese ziehen die entstandenen Kosten direkt über die Telefonrechnung ein (sog. „WAP-Billing“). Die Anbieter der „Abofalle“ müssen daher nicht erst selbst tätig werden und beispielsweise ein Inkassounternehmen beauftragen, was deren Vorgehen erleichtert.

Wurde ein Vertrag angeblich geschlossen, ist daher von einer Dreieckskonstellation auszugehen. Zunächst kann man sich an den Mobilfunkanbieter wenden, um von diesem auf Kulanzbasis eine Kürzung der Rechnungssumme oder eine Rückzahlung zu erreichen. Meist sehen die Mobilfunkanbieter für solche Einwände gegen die Rechnung eine bestimmte Frist vor.

Daneben empfiehlt sich das gleiche Vorgehen wie bei „Abofallen“ im „normalen“ Internet: der Vertragsschluss sollte möglichst umfangreich bestritten werden. Zum einen steht dem Verbraucher hier ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu; zum anderen kann der Vertrag im Regelfall innerhalb eines Jahres angefochten werden, wenn der „Kunde“ über die Kostenpflichtigkeit der Dienstleistung getäuscht wurde. Wenn die Kosten nicht transparent und für jeden gut sichtbar angezeigt wurden, sind zudem meist die vom Betreiber verwendeten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) fehlerhaft, so dass auch aus diesem Grund nicht gezahlt werden muss. Außerdem sollte zumindest eine Kündigung der „App“ für die Zukunft erfolgen.
Zudem bietet es sich an, das betreffende Handy für die Dienste der Unternehmen sperren zu lassen. Ob dies möglich ist, richtet sich nach dem jeweiligen Mobilfunkanbieter.