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Ehe annullieren lassen: Wann geht das?

Eine Annullierung der Ehe ist im Gegensatz zur Scheidung ein Rechtsakt, der die komplette Unwirksamkeit der Ehe herbeiführt. Die Ehe wird dann für nichtig erklärt und so behandelt, als wäre sie nie eingegangen worden. Bis 1998 war es unter engen Voraussetzungen möglich, diese Erklärung abzugeben; so konnte man sich auf eine Doppelehe des anderen Ehegatte, auf Formnichtigkeit oder einen Mangel in der Geschäfts- oder Urteilsfähigkeit zum Zeit der Eingehung der Ehe berufen. Eine Annullierung in dieser Form ist heute allerdings nicht mehr möglich: vielmehr gibt es heute nur noch die so genannte Aufhebung der Ehe, die dann ab dem Tag der Antragsstellung wirkt. Eine Aufhebung kommt aus verschiedenen Gründen in Betracht: so zum Beispiel wegen Eheunmündigkeit, Geschäftsunfähigkeit oder des Bestehens eines Eheverbots. Außerdem kann die Ehe aufgehoben werden, wenn sie nicht vor einem Standesbeamten, unter einer Bedingung oder befristet oder nicht bei persönlicher Anwesenheit der Ehegatten geschlossen wurde. Weiterhin sind als Aufhebungsgründe der Irrtum eines Verlobten darüber, dass es sich um eine Eheschließung handelt, die Bestimmung zur Heirat durch Drohung oder arglistige Täuschung und die Begründung einer Scheinehe. Schließlich kann die Ehe aufgehoben werden, wenn sich ein Verlobter zur Zeit der Eheschließung vorübergehend in Bewusstlosigkeit befand oder seine Geistestätigkeit gestört war.