Recht-gehabt.de

Verliert man sein Unterhaltsrecht durch Fremdgehen?

Der so genannte Trennungsunterhalt, den ein Ehegatte nach der Scheidung vom anderen Ehegatten erhält, ist seiner Natur nach darauf angelegt, nur bei Bedürftigkeit und im Rahmen der „Billigkeit“ gezahlt zu werden. Außerdem soll der geschiedene Ehegatte nach Möglichkeit finanziell ohnehin auf eigenen Füßen stehen. Auch aus diesen Gründen sehen es viele deutsche Gerichte als gerecht an, einem fremd gehenden Ehegatten zumindest ein Teil seines Unterhaltsanspruchs abzuerkennen. So sah das Oberlandesgericht Zweibrücken in dem außerehelichen Verhältnis einer an sich unterhaltsberechtigten Frau ein schweres Fehlverhalten in der Ehe, durch das sie sich bewusst von den ehelichen Bindungswirkungen gelöst habe (Oberlandesgericht Zweibrücken, 07.11.2008, Az. 2 UF 102/08). Damit war ihr Unterhaltsanspruch komplett verwirkt. Allerdings sind auch hier die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen.