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Versorgungsausgleich nach Scheidung: Was beachten?

Der so genannte Versorgungsausgleich nach der Scheidung soll zu einer gerechten Balance zwischen den geschiedenen Ehegatten hinsichtlich etwa erworbener Rentenanwartschaften führen. Da oft ein Ehegatte berufstätig ist und sich so um seine Altersvorsorge kümmern kann, während der andere beispielsweise den Haushalt besorgt und keinerlei Rentenanwartschaften dafür erhält, sollen Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden. Die soziale Versorgung des haushaltführenden Ehegatten im Alter soll sichergestellt werden. Ungeachtet dieser Zielsetzung ist der Versorgungsausgleich auch bei Doppelverdienern und kinderlosen Ehepaaren durchzuführen. Ausnahmen bestehen lediglich, wenn eine Ehe weniger als drei Jahre Bestand hatte oder ehevertraglich ein Versorgungsausgleich ausgeschlossen wurde.

Für den Versorgungsausgleich maßgeblich sind sodann sowohl Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, beamtenrechtliche Pensionsansprüche und Anwartschaften aus den Versorgungskassen in den freien Berufen als auch Betriebs- oder Zusatzrenten oder private Rentenversicherungen. Bei letztgenannten, der so genannten „Riester-Rente“, ist zwischen den Anlageformen zu unterscheiden: Berücksichtigung beim Versorgungsausgleich finden nur solche, die einen Anspruch auf die Auszahlung einer Rente bei Vertragsende versprechen. Wird hingegen ein einmaliger Betrag ausgezahlt, fällt dies nicht unter den Versorgungsausgleich.