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Wie viel kostet eine Scheidung? Wer trägt die Kosten?

Die Kosten einer Scheidung bemessen sich grundsätzlich nach dem Einzelfall. Zunächst sind die Gerichtskosten zu berücksichtigen, die sich prozentual nach dem Streitwert berechnen. Der Streitwert wiederum setzt sich aus den letzten drei Nettomonatseinkommen beider Ehegatten zusammen. Dabei ist ein Freibetrag von 250 € pro Kind zu berücksichtigen. Zum Einkommen zählen auch Einkünfte aus Kapitalvermögen, Verpachtung, Vermietung und ähnliches.

Weiterhin ist es möglich und häufig sogar vorgeschrieben, sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen, der eine Vergütung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) verlangen kann. Auch hier ist neben bestimmten Pauschbeträgen für Auslagen wie Portokosten eine streitwertabhängige Summe die Regel.

Zu beachten ist allerdings, dass jede einzelne Angelegenheit, wie beispielsweise ein zusätzliches Sorgerechtsverfahren, auch separat berechnet wird, egal, ob dies zusammen mit der eigentlichen Scheidung oder in einem gesonderten Verfahren behandelt wird. Jedoch ist es günstiger, die auch inhaltlich zusammenhängenden Sachverhalte gleich gemeinsam geltend zu machen.
Von den Kosten der Scheidung zu unterscheiden sind die möglicherweise entstehenden Kosten wegen Unterhaltspflichten, wegen eines Zugewinnausgleichs oder aus anderen Gründen.

Fraglich ist daneben, wer die Kosten dann tatsächlich zu tragen hat. Hier sieht das Gesetz grundsätzlich vor, dass die Kosten gegeneinander aufzuheben sind; es trägt also jeder die Kosten seines eigenen Anwalts sowie die Hälfte der Gerichtskosten. Erscheint diese Regelung dem Gericht wegen zu großer wirtschaftlicher Belastungen der einen Seite unbillig, kann es die Kosten auch anders verteilen.