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Ebay-Betrug: Können mehrere Geschädigte eine Sammelklage einreichen?

Immer wieder kommt es bei eBay zu Betrugsfällen, was zu hohen Vermögensschäden der Betroffenen führen kann. Sie können den Betrüger zwar anzeigen, um eine strafrechtliche Verfolgung einzuleiten; sie sind sich aber oft unsicher in der Frage, ob sie den Betrüger zivilrechtlich auf Schadensersatz verklagen sollen, oder ob sie dies nur unnötig Geld und Nerven kosten würde.

Allerdings ist es nicht möglich, dieses Risiko dadurch zu minimieren, dass die Geschädigten kollektiv eine zivilrechtliche Sammelklage vor Gericht einreichen, wie man dies aus Prozessen in den USA kennt.

Eine gemeinsame Prozessführung gibt es im deutschen Zivilprozessrecht nur, wenn die verschiedenen Kläger bezüglich des Streitgegenstandes in einer Rechtsgemeinschaft zueinander stehen, sie also beispielsweise Miteigentümer einer Sache sind (was bei eBay selten vorkommen dürfte). Eine andere Möglichkeit ist dann eröffnet, wenn sie aus demselben tatsächlichen oder rechtlichen Grund berechtigt sind. Dieses ist aber bei Schadensersatzklagen grundsätzlich nicht gegeben, da jede Partei nur wegen ihres eigenen individuellen Schadens zur Prozessführung berechtigt ist.

Zudem besteht die Möglichkeit, dass ein Richter mehrere Prozesse zu einem verbindet, wenn es in allen Prozessen um dieselben Rechts- und Tatfragen geht. Dazu müssen allerdings alle Klagen bei demselben Gericht anhängig sein. Außerdem haben die Kläger keinerlei Einfluss darauf, ob der Richter die Prozesse zusammenlegt.