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Ebay: Ist jedes Gebot rechtlich bindend?

Der Verkäufer eines Artikels gibt bei dessen Einstellung ein rechtsverbindliches Angebot ab. Der Käufer erklärt mit seinem Gebot, dass er den Artikel zu dem von ihm eingegebenen Preis erwerben möchte, er nimmt also verbindlich das Angebot an. Kommt es zu keinem höheren Gebot durch andere Bieter, kommt ein verbindlicher Kaufvertrag zustande.

Der Käufer ist also an sein Gebot gebunden. Aber wie so oft: Keine Regel ohne Ausnahme!

Handelt es sich um einen privaten Verkäufer, kann das Gebot nämlich unter Umständen angefochten und dadurch der Vertrag aus der Welt geschafft werden. Dazu müsste dem Käufer ein sogenannter Anfechtungsgrund zustehen. Dieses ist dann der Fall, wenn der Käufer sich bei Abgabe seines Gebots in einem Irrtum befand oder er vom Verkäufer arglistig getäuscht wurde.

Ein Irrtum liegt beispielsweise dann vor, wenn der Käufer sich über den Inhalt seines Gebots (Bsp.: Artikelbeschreibung falsch verstanden), bei der Umsetzung des Gebotes (Bsp.: bei Gebot vertippt) oder über wesentliche Eigenschaften des Artikels geirrt hat (Bsp.: Käufer wollte Meissener Porzellan, Artikel ist jedoch nur aus China). Liegt ein solcher Irrtum vor, kann der Käufer ohne schuldhaftes Zögern sein Gebot gegenüber dem Verkäufer anfechten, mit der Folge, dass die Verbindlichkeit des Angebots erlischt.
Ein Anfechtungsgrund besteht aber nicht schon dann, wenn der Käufer bezüglich des Artikels lediglich seine Meinung geändert hat!
Bei einer Anfechtung besteht zudem die Gefahr, dass sich der Käufer schadensersatzpflichtig macht, wenn dem Verkäufer im Vertrauen auf die Gültigkeit des Vertrages ein Schaden entstanden ist.

Arglistig täuscht ein Verkäufer dann, wenn er falsche Angaben zum Artikel gemacht hat oder wichtige Angaben verschwiegen hat. Liegt eine solche vor, hat der Käufer ein Jahr ab Kenntnis der Täuschung Zeit, sich vom Vertrag zu lösen.