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Ebay-Shop eröffnen, was muss ich beachten? (Finanzamt, Steuerberater, Gewerbeanmeldung)

Für die Eröffnung eines eBay-shops gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für alle anderen Unternehmen. Wer einen eBay-Shop eröffnet, handelt im Normalfall gewerblich. Daher ist zunächst bei der dafür zuständigen Behörde, für gewöhnlich bei der Gemeinde ansässig, ein Gewerbe anzumelden. Hier werden auch sonstige Voraussetzungen geprüft, beispielsweise das Vorliegen eines Gesundheitszeugnisses, wenn Lebensmittel oder Ähnliches vertrieben werden sollen. Zu beachten ist auch, dass die Gewerbeanmeldung zur Gewerbesteuerpflichtigkeit führt; jedoch existieren hier recht hohe Freibeträge (24 500 € für Einzelunternehmer). Die Nichtanmeldung kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Der eBay-shop kann dabei als in den unterschiedlichsten Rechtsformen betrieben werden, zum Beispiel als AG, GbR oder OHG. Als Existenzgründer kommen auch häufig Zuschüsse von der Arbeitsagentur oder ARGE in Betracht, die dort am besten noch vor Anmeldung des Gewerbes erfragt und beantragt werden können.

Je nach Rechtsform ist auch eine Eintragung ins Handelsregister notwendig, zum Beispiel bei der OHG. Auch eine freiwillige Eintragung kann stattfinden.

Das Finanzamt, von der Gewerbeaufsichtsbehörde von dem Vorhaben informiert, gibt nun einen steuerlichen Erfassungsbogen aus, der fristgemäß zu bearbeiten ist und Informationen über die erwarteten Umsätze sowie die persönlichen Verhältnisse sammeln soll. Hier ist die Entscheidung zu treffen, ob eine so genannte Regelbesteuerung, bei der monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben ist, oder die Besteuerung als Kleinunternehmer gewünscht ist, was bis zu einem erwarteten Jahresumsatz von 17 500 € möglich ist. Der Kleinunternehmer ist von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit. Allerdings ist der Kleinunternehmer wiederum auch nicht vorsteuerabzugsberechtigt, das heißt, er bekommt nicht, wie bei der Regelbesteuerung, die bei Ausgaben gezahlten 19 % Umsatzsteuer zurück. Bei Regelbesteuerung sollte auch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt werden. Dies kann über das Internet geschehen (http://www.bzst.bund.de) oder schriftlich beim Bundeszentralamt für Steuern.

Sind die vorbereitenden Tätigkeiten dann abgeschlossen, sollte man sich mit einem Steuerberater auseinandersetzen. Ist man nämlich vorsteuerabzugsberechtigt und kann man Betriebsausgaben beim Finanzamt geltend machen, kann dieser den Shopgründer am besten beraten, welche Kosten absetzbar sind und welche nicht.