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Ebay: Verkaufsagenten-Shop eröffnen, was beachten?

Verkaufsagenten verkaufen im Auftrag anderer Personen, die selbst keine Zeit, Lust oder Möglichkeit haben, dies über die eBay-Plattform zu tun. Auch wird die Erfahrung der Verkaufsagenten genutzt, um den Umsatz zu erhöhen.
EBay stellt dazu inzwischen eine Infrastruktur speziell für Verkaufsagenten zur Verfügung, wo ein Verzeichnis der Verkaufsagenten geführt wird und den Verkaufsagenten die Möglichkeit geboten wird, Informationen über ihre Tätigkeit darzustellen. Für eBay müssen dabei bestimmte interne Erfordernisse erfüllt werden, wie eine Mindestzahl an positiven Bewertungen.
Betreibt der Verkaufsagent ein eigenes Ladengeschäft, wird er bei eBay als „Verkaufsagenten-Shop“ bezeichnet.

Der Verkaufsagent tritt bei eBay nicht als Stellvertreter des tatsächlichen Verkäufers auf (Landgericht Berlin, 01. 10. 2003, Az.: 18 0 117/03), sondern verkauft nach den eBay-Grundsätzen in eigenem Namen und trägt damit das volle Risiko. Daher ist er verantwortlich für die Vertragsabwicklung, für Gewährleistung etc. Damit so der eigentliche Verkäufer nicht sämtliche Pflichten auf den Verkaufsagenten abwälzen kann, sollte vertraglich im Vorfeld geregelt werden, wie beispielsweise ein Regress gestaltet wird. Hier bietet sich ein Kommissionsvertrag an, in dem auch geregelt wird, was der Verkaufsagent für seine Tätigkeit erhält. Der Verkaufsagent verkauft die Ware und leitet den erzielten Erlös abzüglich einer Provision nach Abwicklung des Kaufes weiter. Eine andere Möglichkeit der rechtlichen Gestaltung ist es, dass der Verkaufsagent zunächst die Ware vom Verkäufer kauft und dann selbst bei eBay weiterverkauft; allerdings ist dies wohl risikoreicher für den Verkaufsagenten.
Zudem sollte die Ware schon vor Verkauf auf Tauglichkeit und Mangelfreiheit hin kontrolliert werden und eine entsprechende Zusicherung vom Verkäufer eingeholt werden.

Der Verkaufsagent sollte andererseits auch sicherstellen, dass Verkäufer vertrauenswürdig ist und er sich nicht zum Beispiel bei gestohlenen Waren in strafbare Handlungen verwickeln lässt. Personalausweis des Verkäufers und Kaufbelege sollten daher überprüft werden.

Problematisch ist darüber hinaus, dass der Verkaufsagent im Regelfall gewerblich handelt und als Unternehmer gilt, weshalb er mehr Pflichten hat als eine Privatperson, zum Beispiel im Hinblick auf Mängelgewährleistung und Widerrufsrecht des Käufers. Auch hier sollte im Vorhinein vertraglich geregelt werden, wie in solchen Fällen zu verfahren ist.

Schließlich ist gerade bei Angeboten von Verkaufsagenten eine genaue Artikelbeschreibung eminent wichtig, weil der Verkaufsagent ja gerade eine fremde Sache auf sein eigenes Risiko verkauft. Im Übrigen sind die gleichen Regeln wie bei herkömmlichen „eBay-Shops“ zu beachten.