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Muss ich als eBay-Powerseller meinen Kunden ein Widerrufsrecht einräumen?

Auch hinsichtlich des Widerrufsrechts ist es maßgeblich, ob der Verkäufer als Unternehmer anzusehen ist oder nicht. Ein Powerseller, der vom Umfang her oft wie der Inhaber einer eigenen Website agiert und eine große Bandbreite an Waren anbietet, ist im Regelfall als Unternehmer einzuordnen (vgl. Oberlandesgericht Frankfurt, 04.07.2007, Az. 6 W 66/07; hier wird allerdings zu Recht festgestellt, dass ein Verkäufer bei eBay nicht zwangsläufig „Powerseller“ sein muss, um Unternehmer zu sein). Das Auktionshaus agiert hierbei nur als bloße Plattform, vergleichbar dem Vermieter eines Ladenlokals, der Verkäufer muss sich selbst auch um die rechtlichen Aspekte seiner Tätigkeit kümmern. Damit ist er jedoch unter anderem auch dazu verpflichtet, seinen Kunden ein zweiwöchiges Widerrufsrecht oder alternativ ein Rückgaberecht einzuräumen. Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt der schriftlichen Belehrung des Kunden über dieses Recht; daher bietet es sich an, bereits auf der Angebotsseite darauf hinzuweisen. Unterbleibt die Widerrufsbelehrung, ist nicht nur die genannte Frist nicht in Gang gesetzt: es ist auch zu befürchten, dass etwaige Konkurrenten in der unterbliebenen Belehrung einen Wettbewerbsverstoß sehen und den Verkäufer kostenpflichtig abmahnen.