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Kann man den Friseur auf Schmerzensgeld verklagen?

Nicht immer sind Friseur und Kunde einer Meinung über die entstandene Frisur und so manch einer hat sicherlich schon einmal zu hören bekommen, ob er seinen Friseur wegen des Haarschnittes denn schon verklagt hätte.
An diesem Spruch ist sogar etwas dran, denn auch Friseure müssen für ihre Fehler einstehen und sich gegebenenfalls vor Gericht verantworten. Entscheidend ist immer, ob nur der Geschmack des Kunden nicht getroffen wurde oder wirklich ein handwerklicher Fehler des Friseurs vorliegt. Nur im letzteren Fall lassen sich Ansprüche begründen. Das kann bei verschnittenen Frisuren, Verfärbungen oder missratenen Dauerwellen der Fall sein. Zudem muss der Friseur in der Regel über mögliche Folgen der Behandlungen aufklären.

Grundsätzlich kann der Kunde verlangen, dass ihm dann alle Schäden ersetzt werden, die durch die fehlerhafte Arbeit entstehen. Dazu gehören beispielsweise Gutachterkosten, Rückzahlung der Friseurkosten oder auch Kosten für eine Perücke wenn die Haare infolge der Behandlung ausgefallen sein sollten. Auch die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten gehören dazu (Amtsgericht Erkelenz, vom 07.05.2009, Az.: 8 C 351/08). Zudem kann zusätzlich noch ein Schmerzensgeld fällig werden. Das sprechen die Richter immer dann zu wenn durch den Pfusch auch das seelische Wohlbefinden beeinträchtigt wird. So hat das Amtsgericht Erkelenz der Klägerin ebenfalls 1.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, da ihre Haare nach einer misslungenen Blondierung deutlich kürzer gewesen seien und sehr strapaziert und porös ausgesehen hätten, worunter die Frau lange litt. Dieses Schmerzensgeld kann sogar dann besonders hoch ausfallen, wenn der Friseur den Kunden verhöhnt. So war es im Fall einer Schülerin, der nach dem Friseurbesuch großflächig die Haare ausfielen. Der Friseur regte an, das Mädchen könnte dauerhaft eine Baseballmütze tragen und lehnte die Forderung deswegen ab (AG Erkelenz, Az. 6 C 509/93).

Wichtig ist aber: Die Beweise müssen rechtzeitig gesichert werden. Verfahren vor dem Gericht können sich lange hinziehen, sodas mittels Fotos und Gutachten die Fehler festgehalten werden sollten. Wichtig ist auch, dass die Mängel unverzüglich gerügt werden müssen, spätestens am nächsten Tag. Die Klage einer Frau, die erst zwei Wochen später geltend machte, ihre Frisur sei sofort zusammengefallen, wiesen die Richter am Amtsgericht Köln ab (Amtsgericht Köln, Az.: 136 C 57/95).