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Wie teuer darf der Schlüsseldienst sein?

Grundsätzlich gilt in Deutschland Vertragsfreiheit, d.h. man kann sich selbst aussuchen ob und mit wem man Verträge schließt. Die genauen Vertragsbedingungen sind nicht reglementiert sondern resultieren prinzipiell aus den Verhandlungen der am Vertrag Beteiligten. Insofern richtet sich auch der Vertrag mit einem Schlüsseldienst nach der Absprache der Parteien. Allerdings sind dort Grenzen gesetzt wo eine Vertragspartei unangemessen benachteilig ist. Stellt der Schlüsseldienst eine Rechnung aus die in unangemessenem Verhältnis zur Leistung steht könnte Wucher vorliegen.
Pauschal kann man einen Preis von ca. 100 Euro inklusive An- und Abreise als angemessene Vergütung des Schlüsseldienstes betrachten, so die Verbraucherzentralen. Das OLG Frankfurt hat (Urteil vom 04.01.2002, Az.: 6 W 218/01) entschieden, dass Schlüsseldienste wucherisch handeln, wenn ihre Preise mehr als 100% über dem ortsüblichen Vergleichswert liegen (Ähnlich AG München, Urteil vom 27.08.2004, Az.: 141 C 27160/03).
Klauseln die eine erhöhte Vergütung für Sonn- und Feiertagsarbeit beinhalten sind generell zulässig, nicht jedoch etwas wie „Spezialwerkzeugkosten“, „Bereitstellungskosten“ für Pkw oder ein „Sofortzuschlag“, für unverzüglichen Einsatz wenn in der Anzeige ohnehin mit 24-Stunden-Service geworben wird (Amtsgericht Frankfurt, Urteil vom 24.02.2006, Az.: 31 C 63/98-44).