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Falsche Beratung beim Skikauf – haftet der Verkäufer auf Schmerzensgeld?

Wer in den Skiurlaub fahren will, der benötigt von Zeit zu Zeit auch eine neue Skiausrüstung. Berät der Verkäufer nicht richtig über die Skiausrüstung, so kann das dazu führen, dass der Verkäufer auf Schadensersatz und Schmerzensgeld haften muss. Dieses hat das Oberlandesgericht Köln in einem Urteil festgestellt (OLG Köln, vom 7.4.1997, Az.: 16 U 28/96). Die Klägerin gab beim Kauf von Skiern an, daß sie sportlich sei, seit Jahren Ski fahre und jeden Hang hinunterkomme. Der Mitarbeiter des Verkäufers stellte daraufhin die Sicherheitsbindung der verkauften Skier auf einen Wert von 6,5 ein. Dieser Wert ist für schnelle, risikobereite Fahrer mit aggressivem Fahrstil geeignet. Die Ski-Bindung löste sich allerdings nicht, als die Klägerin stürzte, sodass sie schwere Verletzungen erlitt und den Verkäufer dafür veranwortlich machte. Das Gericht gab der Klägerin recht, da ein Sachverständiger festgestellt hatte, dass der Verkäufer das Skikönnen der Klägerin falsch eingeordnet und deswegen einen falschen Wert für die Ski-Bindung eingestellt hatte. Das Gericht warf dem Verkäufer vor, dass er durch einfaches Nachfragen das Können der Klägerin besser hätte beurteilen können, dieses aber nicht tat.

Da die Klägerin einen zweifachen Bänderriss, schwere Meniskusverletzungen sowie einen Wadenbeinbruch erlitt und zwei Monate an Krücken gehen musste, sprach das Gericht ihr ein Schmerzensgeld von damals 20.000,- DM zu.

Allerdings gilt dieses nur, wenn die falsche Einstellung der Skibindung auch ursächlich für den Unfall war. Kommen mehrere Unfallursachen in Betracht und kann der Geschädigte nicht nachweisen, dass die falsche Einstellung zum Sturz geführt hat, so geht der Verletzte leer aus. So entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf, da es in dem Fall auch möglich war, dass die Bindung in der Zwischenzeit verstellt worden sei oder die Skifahrerin vor dem Unfall beim Einsteigen in die Bindung Schnee zwischen Schuh und Bindung gepresst haben könnte (OLG Düsseldorf, 18.06.1999, Az.: 22 U 24/99).