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Skiunfall – wer zahlt und haftet bei Zusammenstoß mit anderem Skifahrer?

Bei den meisten Skiunfällen liegen Stürze vor, die entweder auf das mangelnde Fahrgeschick das Skifahrers oder auf schlechte Pistenbedingungen zurückzuführen sind. In selteneren Fällen kommt es zu Kollisionen.

Skiunfall und Kollision mit anderem Skifahrer

Grundsätzlich haftet bei der Kollision zweier Skifahrer derjenige, der sich nicht ordnungsgemäß verhalten hat. Die Grundnorm dafür ist § 823 BGB, der velautet: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit […] eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet“. Insofern kommt es darauf an, wer sich regelwidrig verhalten hat. Das Landgericht Ravensburg hat dabei festgestellt, dass auch auf Pisten Verkehrsregeln gelten. Dazu werden die Regeln des Internationalen Skiverbandes herangezogen, die mit der Straßenverkehrsordnung zu vergleichen wären (LG Ravensburg, Az.: 4 O 185/05). Diese Regeln sind mittlerweile sogar als Gewohnheitsrecht in den Alpenländern anerkannt (OLG Brandenburg, Az.: Az. 6 U 64/05). Kann einem ein Verstoß gegen die Regeln nachgewiesen werden, indem man zum Beispiel zu schnell, rücksichtslos oder alkoholisiert fährt, dann muss der Skifahrer dem Unfallgegner die Heilbehandlungskosten und gegebenenfalls auch ein Schmerzensgeld zahlen. Unter Umständen kann aber auch ein Mitverschulden des Unfallgegners vorliegen, wenn diese sich ebenfalls nicht an die Regel des Internationalen Skiverbandes hielt.