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Handwerker: welche Abrechnungsmethode ist für mich am günstigsten?

Bei Handwerksleistungen ist es oft fraglich, wie der Service abgerechnet werden und welcher Tarif am besten gewählt werden soll. Zunächst ist der so genannte Einheitspreisvertrag zu erwähnen. Hier werden für einzelne Teilleistungen Preise festgesetzt und der Gesamtpreis nach Durchführung der Arbeiten nach dem Aufwand der separaten Positionen berechnet (Beispiel: 20 Arbeitsstunden à 40 Euro, 30 Liter Zement à 20 Euro usw.). Dies lohnt sich wohl vor allem dann, wenn es sich um kleinere Reparaturen handelt, bei welchen sowohl der Arbeits- als auch der Materialeinsatz verhältnismäßig gering ist, da hier nach dem wirklichen Bedarf abgerechnet wird. Vereinbart werden kann jedoch auch ein so genannter Pauschal- oder Festpreisvertrag, bei dem im Vorhinein ein Gesamtbetrag ausbedungen wird, in dem alle zu erbringenden Leistungen einbegriffen sind (Beispiel: Fernseherreparatur 150 Euro). Vor allem bei Werkleistungen in größerem Umfang ist diese Abrechnungsmethode wohl günstiger für den Kunden, da Abweichungen nach oben zunächst in den Risikobereich des Unternehmers fallen. Zuletzt sieht das Gesetz für den Fall, dass keine konkrete Abrede über die Abrechnung getroffen wurde und auch keine gesetzlichen Tarife bestimmt sind, vor, dass sich der Preis für die Werkleistung nach der „Üblichkeit“ bestimmt. Dazu ist ein Vergleich ähnlicher Leistungen am Ort, an dem die Werkleistung erbracht wird, durchzuführen; es genügt, wenn sich der so gefundene Preis innerhalb eines bestimmten Spektrums von Preisen bewegt, die am Leistungsort normalerweise gezahlt werden (vgl. Bundesgerichtshof, 04.04.2006, Az. X ZR 80/05).