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Muss ich als Besteller der Leistung bei der Ausführung mitwirken?

Es kann bei einer Werkleistung vorkommen, dass zur Verwirklichung eines Projekts die Mitwirkung des Bestellers nötig ist. Angefangen beim Öffnen der Tür für den Handwerker über das Geldsparen durch Eigenleistung beim Hausbau bis hin zum Koordinieren von verschiedenen Handwerkern bei größeren Projekten, gibt es im Werkrecht viele Berührpunkte zwischen Besteller, also dem Kunden, und Werkunternehmer, also dem Handwerker. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht für den Fall, dass der Besteller eine für den Fortgang der Werkleistung erforderliche Handlung nicht vornimmt, eine Entschädigung für den Werkunternehmers vor, wenn der Besteller durch das Unterlassen der Mitwirkungshandlung in Annahmeverzug kommt; damit ist die Situation gemeint, in der Werkunternehmer die geforderte Leistung erbringen könnte, der Besteller aber nicht in der Lage ist, diese anzunehmen. Dies kann beispielsweise beim Hausbau leicht geschehen: werden mehrere Subunternehmer beschäftigt, die die einzelnen, aufeinander aufbauenden Arbeitsschritte ausführen, reicht schon eine Verzögerung bei der Unterkellerung, damit der ganze Zeitplan durcheinanderkommt. Der nachfolgende Handwerker, der zum Beispiel die Fenster einpassen soll, ist wegen der mangelnden Mitwirkung des Bestellers, der die einzelnen Handwerker koordinieren muss, dann dazu nicht in der Lage und kann dementsprechend eine Entschädigung verlangen.

Zusätzlich zu dieser Entschädigung ist im BGB eine Kündigungsmöglichkeit für den Werkunternehmer geregelt, wenn er zuvor eine angemessene Frist gesetzt hat, innerhalb derer der Besteller die Handlung nachholen kann. Bestehen daher Mitwirkungspflichten des Bestellers, ist dieser gut beraten, diesen auch nachzukommen.