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Muss ich dem Handwerker für seine Leistung vor der Bezahlung Sicherheiten stellen?

Gerade bei Handwerksleistungen kann es leicht passieren, dass große Summen zusammenkommen und der Werkunternehmer eine gewisse Sicherheit haben will, dass er das Geld für seine Leistung auch erhält. Unabhängig von freiwilligen Vereinbarungen zwischen den Parteien sieht das Gesetz vor, dass der Werkunternehmer in bestimmten Fällen gewisse Sicherheiten verlangen kann.
Zum einen handelt es sich um das so genannte Werkunternehmerpfandrecht: der Werkunternehmer erlangt automatisch ein Pfandrecht an beweglichen Sachen des Bestellers, die zur Reparatur oder Herstellung in seinen Besitz gelangt sind. Der Werkunternehmer kann sich auf Grund dieses Pfandrechts bei Nichtzahlung aus dem Pfandgegenstand befriedigen, das heißt, er kann die Sache durch Verkauf verwerten und mit dem Erlös seine Forderung tilgen. Diese Form der Sicherheit findet sich häufig zum Beispiel bei Kfz-Werkstätten oder ähnlichen Reparaturbetrieben, bei welchen die Sache, die Gegenstand der Leistung des Handwerkers ist, auch tatsächlich in dessen Besitz gelangt.

Zum anderen kann ein Werkunternehmer, der ein Bauwerk oder ein Teil eines Bauwerks erstellt, die Einräumung einer so genannten Sicherungshypothek verlangen. Die Sicherungshypothek wird an dem zu bebauenden Grundstück eingeräumt und verschafft dem Werkunternehmer die Möglichkeit, bei Nichtzahlung seiner Forderung die Zwangsvollstreckung des Grundstücks zu betreiben. Die Sicherungshypothek muss in das Grundbuch eingetragen werden; wird die Forderung des Handwerkers getilgt, erlischt die Hypothek automatisch.