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Schäden an Möbeln etc.: muss der Handwerker haften?

Es kann schon einmal vorkommen, dass ein Handwerker bei seiner Arbeit Schäden an Einrichtungsgegenständen, Teppichen oder anderen Besitztümern des Kunden verursacht, die nicht unmittelbar Gegenstand der Werkleistung waren. Auch für diese Schäden muss der Handwerker grundsätzlich einstehen. Voraussetzung dafür ist neben dem Bestehen eines Schuldverhältnisses, das in der Regel in Form eines so genannten Werkvertrages über die betreffende Dienstleistung vorliegt, dass der Handwerker die den Schaden verursachende Handlung zu vertreten hat, er also vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat.

Bedient sich zudem beispielsweise ein selbständiger Handwerksmeister bei der unmittelbaren Dienstleistung eines Angestellten, muss er auch für diesen haften.
Zu beachten ist, dass der Anspruch auf Ersatz dieses Schadens innerhalb der so genannten Regelverjährung, also drei Jahren nach Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, geltend gemacht werden muss.
Daneben kommen gegen den Handwerksbetrieb, der zur Vertragserfüllung Angestellte beschäftigt, auch Ansprüche aus dem so genannten Deliktsrecht in Betracht. Dabei muss der „Chef“ unter Umständen sogar dafür haften, dass sein Angestellter fremdes Eigentum beschädigt hat, wenn er nicht nachweisen kann, dass er den Angestellten sorgfältig ausgewählt oder dieser die Arbeiten ordnungsgemäß erledigt hat. Hier beträgt die Verjährung ebenfalls drei Jahre.

Von so gelagerten Fällen sind diejenigen zu unterscheiden, bei welchen beispielsweise eine mangelhafte Reparatur zu Schäden an anderen Rechtsgütern des Kunden führt, die Dienstleistung als solche also den Schaden verursacht: hier gilt eine Verjährung von lediglich zwei Jahren (vgl. insgesamt Bundesgerichtshof, 12.12.2001, Az. X ZR 39/00).