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Welche Rechte habe ich bei Mängeln der Handwerksleistung?

Im Idealfall wird vom Handwerker eine Dienstleistung erbracht, die nicht zu beanstanden ist und die vorhandene Probleme beseitigt. Jedoch kommt es leider nicht selten vor, dass die Handwerksleistung selbst an erheblichen Mängeln leidet, sei es, dass das neu gebaute Haus undichte Fenster hat, sei es, dass der gerade reparierte Fernseher trotzdem nicht funktioniert. Für diese Fälle hat der Gesetzgeber für den Besteller der Werkleistung eine Reihe von Rechten vorgesehen, die als gemeinsame Voraussetzung haben, dass ein Mangel des hergestellten Werkes bei Abnahme vorliegt.

Zunächst kann der Besteller die so genannte Nacherfüllung verlangen. Darunter versteht man die Nachlieferung, also die nochmalige Herstellung eines neuen Werkes, und die Nachbesserung, also die Beseitigung des bestehenden Mangels. Welche Art dieser unterschiedlichen Nacherfüllungsmethoden gewählt wird, kann der Werkunternehmer in Abweichung zur Rechtslage im Kaufrecht selbst bestimmen.

Neben dieser Nachlieferung besteht, anders als im Kaufrecht, die Möglichkeit des Werkbestellers zur Selbstvornahme: er kann den Mangel beseitigen und notwendige Auslagen vom Werkunternehmer ersetzt verlangen. Zuvor muss er dem Werkunternehmer allerdings eine angemessene Frist zur Vornahme der Nacherfüllung setzen.

Weiterhin kann der Werkbesteller nach einer Rücktrittserklärung vom Vertrag zurücktreten, was zur Folge hat, dass die erbrachten Leistungen komplett rückabgewickelt werden, oder Schadensersatz verlangen. Auch hier muss zunächst eine Frist zur Nacherfüllung gesetzt werden. Wird Schadensersatz verlangt, muss zusätzlich ein Verschulden des Werkunternehmers vorliegen, also entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit.

Darüber hinaus kann der Besteller auch den Preis im Verhältnis des Werts des mangelhaften Werks zu dem Wert in mangelfreiem Zustand mindern. Hier ist ebenfalls das Setzen einer Frist zur Nacherfüllung Voraussetzung, zudem muss der Besteller eine Minderungserklärung abgeben. Zu beachten ist, dass die genannten Rechte bis zu zwei Jahre ab Abnahme der Werkvertragsleistung geltend gemacht werden können.